Vodafone und AST SpaceMobile haben Deutschland als Standort für ihr Satelliten-Betriebszentrum ausgewählt. Die Operationszentrale soll in der Nähe von München oder Hannover entstehen – die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Vom Betriebszentrum aus soll das Satelliten-Netzwerk für ganz Europa technisch gesteuert, orchestriert und überwacht werden, um Mobilfunk-Netzbetreibern (MNOs) in ganz Europa Satelliten-Konnektivität zuzuweisen, damit diese mithilfe von Satelliten-Angeboten mobiles Breitband in unterversorgte Gebiete bringen oder beispielsweise Notdienste und Katastrophenhelfer unterstützen können.
AST SpaceMobile baut eines der ersten weltraumgestützten Breitband-Netze auf, das direkt von handelsüblichen Smartphones zugänglich ist und sowohl für kommerzielle als auch für behördliche Anwendungen konzipiert ist. Das heißt: Mit den Satelliten von AST SpaceMobile können Menschen in Gebieten ohne Mobilfunk-Abdeckung mit einem normalen 4G/5G-Smartphone nicht nur Videoanrufe tätigen und empfangen, sondern auch auf das Internet zugreifen und Online-Messenger nutzen. Im Gegensatz zu den heute vorherrschenden Satelliten-Diensten benötigen die Nutzer von AST SpaceMobile keine spezielle Satelliten-Schüssel, kein Satelliten-Terminal und kein teures Satelliten-Telefon, um Breitband-Verbindungen aus dem All zu nutzen.
Bereits vor einigen Monaten hatten Vodafone und AST Space Mobile in einem ersten Schritt das in Luxemburg angesiedelte Satelliten-Joint-Venture „SatCo“ gegründet. Das Unternehmen zielt darauf ab, einen skalierbaren europäischen Satelliten-Mobilfunk-Breitbanddienst für MNOs bereitzustellen, der allen europäischen Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Organisationen zugutekommen soll. MNOs in 21 EU-Mitgliedstaaten und anderen europäischen Ländern haben bereits Interesse an der Nutzung des Dienstes bekundet, wobei der kommerzielle Start ab 2026 geplant ist.
Zum Vorhaben gehört auch eine zentrale Steuerungsmöglichkeit, die den Anforderungen europäischer Aufsichtsbehörden und Sicherheitsinitiativen entspricht. So lassen sich beispielsweise alle Telemetrie-, Tracking- und Kontroll-Verschlüsselungen für das sogenannte S-Band (zur Verbindung von Smartphones aus dem Weltraum) als auch für das sogenannte Q/V-Band (für Verbindungen zwischen Satelliten und Erdbodenstationen) schnell und jederzeit anpassen. Auch die Modifikation von Dienstverschlüsselungsschlüsseln für die Kommunikation über den gesamten Kontinent ist möglich, ebenso die Aktivierung, Deaktivierung und Ausrichtung von Satelliten-Abdeckungskreisen in ganz Europa.
Zusätzlich zu kommerziellem Mobilfunk-Breitband wird das Angebot öffentliche Schutz- und Katastrophenhilfe (PPDR) unterstützen. Dies geschieht durch die Bereitstellung zuverlässiger Breitband-Verbindungen aus dem Weltraum direkt zu den alltäglichen Smartphones und anderen Mobilfunk-Geräten von Notfallhelfern, selbst in den gefährlichsten und herausforderndsten Umgebungen.
Margherita Della Valle, CEO der Vodafone Group, sagt: „Das SatCo wird eine souveräne Satellitenlösung für ganz Europa liefern. Europäische Betreiber erhalten darüber Zugang zu sicheren und ausfallsicheren Satelliten-Kommunikationsdiensten, die die bestehenden terrestrischen Telekommunikationsnetze ergänzen. Durch die Operationszentrale in Deutschland wird die nächste Generation der Kommunikationsinfrastruktur fest in Europa verankert.“
Abel Avellan, Gründer, Vorsitzender und CEO von AST SpaceMobile, sagt: „Gemeinsam mit Vodafone beschleunigen wir die Ankunft von echtem Mobilfunk-Breitband aus dem Weltraum in ganz Europa. Deutschlands Betriebszentrum wird das Kommandozentrum für unsere BlueBird-Konstellation in Europa sein, das uns ermöglicht, Millionen von Nutzern zu bedienen. Zusammen mit unseren Gateways bauen wir eine robuste, sichere Infrastruktur auf, die sicherstellt, dass Europa mit nahtlosem Mobilfunk-Breitband immer verbunden bleibt.“
Das Satelliten-Netzwerk kann auch zur Entwicklung eines paneuropäischen Mobilfunk-Breitbandsystems beitragen, das die Kommunikation und Koordination von Notdiensten während Krisen und Katastrophen verbessert, im Einklang mit der Vision des EU-kritischen Kommunikationssystems (EUCCS). Insbesondere werden die Satelliten Frequenzbänder unterstützen, die für PPDR-Funkkommunikation geeignet sind, abhängig von nationalen Entscheidungen und Einsatzmöglichkeiten.
Während viele Funktionen automatisiert sind, werden spezialisierte Ingenieure im Betriebszentrum besondere Ereignisse im Weltraum wie beispielsweise Sonnenstürme überwachen, um mögliche Auswirkungen auf die Satelliten-Technik rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls darauf zu reagieren.
Zum Satelliten-Netzwerk des Luxemburger SatCo gehören auch bodengestützte Stationen in ganz Europa. Diese sogenannten Satelliten-Gateways bieten sichere Verbindungen zwischen Satelliten und terrestrischen 4G/5G Mobilfunk-Netzwerken, die es den Nutzern ermöglichen, automatisch zwischen weltraumgestützter und landgestützter Abdeckung für unterbrechungsfreie Verbindungen zu wechseln.
Die AST SpaceMobile Satelliten-Konstellation in Deutschland wurde bereits durch die entsprechenden Einreichungen bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), einer spezialisierten Agentur der Vereinten Nationen, registriert. Dies wird helfen, Signalstörungen von Satelliten-Diensten zu verwalten und zu mindern und die reibungslose Integration mit bestehenden Mobilfunk-Netzen sicherzustellen.
Deutschlands strategisch zentrale Lage bietet SatCo die ideale Grundlage, um terrestrische Netzwerke zu ergänzen und sicherzustellen, dass Nutzer in ganz Europa jederzeit und überall sicher verbunden bleiben. Zusätzlich zur Bereitstellung von Diensten für alle EU-MNOs unter Verwendung ihrer nationalen Frequenzbänder ist SatCo ein Kandidat für den Zugang zum EU 2GHz Mobile Satellite Services (MSS) Spektrum. Dieses würde es den bestehenden MNOs ermöglichen, einen vollständig paneuropäischen, souveränen, weltraumgestützten Breitband-Dienst direkt an ihre Kunden zu verteilen. Die genannten PPDR-Frequenzbänder (698–703/753–758 MHz und 733–736/788–791 MHz) würden verwendet, um diese Fähigkeit zu unterstützen.
Die Zusammenarbeit von Vodafone und AST SpaceMobile hat bereits zu einer Reihe von bahnbrechenden Errungenschaften in der „Direkt-zu-Handy“-Konnektivität mit alltäglichen Smartphones geführt, darunter:
AST SpaceMobile hat Vereinbarungen mit über 50 Mobilfunk-Netzbetreibern mit fast 3 Milliarden Abonnenten weltweit. Seine Technologie, unterstützt durch über 3.700 Patent- und Patentanmeldungsansprüche, ist sowohl für staatliche als auch für kommerzielle Kunden konzipiert. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Midland, Texas, mit 95% vertikal integrierter Fertigung über mehr als 400.000 Quadratfuß hochmoderner Einrichtungen. Die nächste Generation der Block 2 BlueBirds mit bis zu 2.400 Quadratfuß großen Kommunikationsarrays ist darauf ausgelegt, bis zu zehnmal die Bandbreiten-Kapazität der derzeit in Umlauf befindlichen BlueBird-Satelliten zu liefern und Spitzen-Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 120 Mbit/s zu unterstützen, einschließlich Sprach-, vollständiger Daten- und Videoanwendungen.
Vodafone ist einer der führenden Kommunikationskonzerne Deutschlands. Die Vodafone-Netze verbinden: Menschen und Maschinen, Familien und Freunde sowie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Millionen Menschen sind Vodafone-Kunden – ob sie surfen, telefonieren oder fernsehen; ob sie ihr Büro, ihr Zuhause oder ihre Fabrik mit Vodafone-Technologie vernetzen.
Die Düsseldorfer liefern Internet, Mobilfunk, Festnetz und Fernsehen aus einer Hand. Als Digitalisierungsexperte der deutschen Wirtschaft ist Vodafone vertrauensvoller Partner für Start-ups, Mittelständler genau wie DAX-Konzerne. Mit fast 30 Millionen Mobilfunk-, über 10 Millionen Breitband- und rund 9 Millionen TV-Kunden sowie zahlreichen digitalen Lösungen erwirtschaftet Vodafone Deutschland mit rund 14.000 Mitarbeitenden einen jährlichen Gesamtumsatz von etwa 13 Milliarden Euro. Vodafone treibt den Infrastruktur-Ausbau in Deutschland voran und erreicht in seinem bundesweiten Kabel-Glasfasernetz zwei Drittel aller deutschen Haushalte mit Gigabit-Geschwindigkeit. Gemeinsam mit seinem Partner OXG bauen die Düsseldorfer in den kommenden Jahren bis zu sieben Millionen neue FTTH Glasfaser-Anschlüsse. Mit seinem 5G-Netz erreicht Vodafone mehr als 94 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Vodafones Maschinen-Netz (Narrowband IoT) für Industrie und Wirtschaft funkt auf mehr als 97% der deutschen Fläche.
Vodafone Deutschland ist mit einem Anteil von rund 33 Prozent am Gesamtumsatz die größte Landesgesellschaft der Vodafone Gruppe, einem der größten Telekommunikationskonzerne der Welt. Vodafone hat weltweit über 360 Millionen Mobilfunk- und Festnetz-Kunden und eine der größten IoT-Plattformen.
Vodafone schafft eine bessere Zukunft für alle. Denn: Technologie ebnet den Weg für ein digitales und nachhaltigeres Morgen von Menschen und Unternehmen. Dabei verpflichtet sich der Konzern, seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Das Ziel: bis 2040 Netto-Null-Emissionen.
Diversität ist in der Unternehmenskultur von Vodafone fest verankert und wird durch zahlreiche Maßnahmen gefördert. Dazu zählen Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenso wie Netzwerke für Frauen, Väter oder LGBT+. Vodafone respektiert und wertschätzt alle Menschen: unabhängig von ethnischer Herkunft, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Glauben, Kultur oder Religion.
Weitere Informationen:
www.vodafone-deutschland.de oder www.vodafone.com.
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Lediglich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird häufig nur die grammatisch männliche Form verwendet. Gemeint sind stets Menschen jeglicher geschlechtlicher Identität.