ANGACOM 2021

Die Entwicklung des TV- & Entertainment-Markts

5 Min.
07. Juni 2021
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Der internationale Entertainment-Markt ist zurzeit heftig in Bewegung. Schon Ende des letzten Jahres gab Warner Brothers bekannt, dass man seinen Streaming-Dienst HBO Max 2021 nach Europa bringen möchte. Zuletzt erfolgte dann das große Beben: Der amerikanische Telekommunikations-Riese AT&T fusioniert seine Mediensparte WarnerMedia mit dem TV-Konzern Discovery. In Frankreich schließen sich die großen TV-Sendergruppen TF1 und M6 zusammen. Amazon schluckt das traditionsreiche Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer und vergrößert seinen Titelkatalog erheblich. Walt Disney kündigt die Schließung von rund 100 internationalen TV-Kanälen bis Ende des Jahres an, weil sich das Unternehmen mehr auf ihren Streaming-Service Disney+ konzentrieren möchte. Und eine aktu­elle Studie von 'Digital TV Rese­arch' zur Zukunft des Geschäfts­modells PayTV kommt zu dem Schluss, dass Anbieter von PayTV mit signifikanten Abonnentenabgängen rechnen müssen.

Veränderte Nutzung von Medien: Beschleunigung durch Corona

Keine Frage, der TV- und Streaming-Markt verändert sich – und zwar schneller als jemals zuvor. Und das liegt vor allem auch an der durch die Corona-Pandemie stark veränderten Nutzung von Medien. Die Auswirkungen der Pandemie haben die TV-, Kino- und Streaming-Branche auf den Kopf gestellt: Das Streaming boomt, die Nutzung steigt in allen Altersgruppen. Die Kinobranche fiel erzwungenermaßen in einen Dornröschenschlaf. Wie viele Prinzen es benötigt, um sie wieder vollumfänglich aufzuwecken? Unklar!

Lineares Fernsehen bot Ablenkung vom Corona-Alltag und hat zumindest zeitweilig für ein Aufflackern des ‚medialen Lagerfeuers‘ im Wohnzimmer gesorgt. Aber so richtig erwärmt hat es dauerhaft niemanden, wenngleich Deutschlands Haushalte den Fernseher öfter und auch länger als in den Jahren zuvor eingeschaltet haben. Doch auch wenn die TV-Nutzung weiter über dem Vor-Corona-Jahr 2019 liegt, lassen Vergleiche beider Corona-Jahre eine gewisse Müdigkeit bei den Zuschauern erkennbar werden. Zudem hat die Corona-Pandemie in Wirtschaft und Gesellschaft den größte Digitalisierungsschub aller Zeiten ausgelöst – ein Schub, der auch vor den Medien nicht Halt gemacht hat. Denn auch die Entertainment-Angebote sind digitaler geworden – es gibt mehr Inhalte zum Abrufen und neue Special-Interest-Anbieter wie beispielsweise PLUTO. Am Ende sind es dann wohl doch die großen Sport-Ereignisse, Nachrichten und der gute alte Tatort, die Familien vor dem großen Bildschirm gesichert zusammenkommen lassen, um gemeinsam Entertainment genießen zu können. 

Corona hat die TV-, Kino- und Streaming-Branche auf den Kopf gestellt: Streaming boomt und die Kinobranche fiel in einen Dornröschenschlaf.

Lars Riedel
Head of TV & Entertainment
Lars Riedel, Head of TV und Entertainment bei Vodafone Deutschland. © Vodafone

Kurzum, es ist zuletzt eine neue Dynamik entstanden, die etablierte Marken aus originär unterschiedlichen Branchen den Schulterschluss suchen lässt. Es entstehen neue Player, die traditionelle Verwertungsketten in Frage stellen: Von der Produktion bis zur Ausspielung von Inhalten, vormals klar voneinander getrennt, möchte nun jeder alles aus einer Hand bieten. Das direkte Kundengeschäft wird immer wichtiger und die Verwertungskette ist irreparabel gerissen – es wird eine neue benötigt.

Lineares TV wird weiter bestehen

Lineares Fernsehen bleibt bestehen und wird die dominierende Nutzungsform bleiben.

Lars Riedel, Head of TV und Entertainment bei Vodafone Deutschland. © Vodafone
Lars Riedel
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Ist das also das Ende von linearem TV? Ich sage: nein! Lineares Fernsehen wird die dominierende Nutzungsform bleiben. Die Ergebnisse von Umfragen zeigen deutlich, dass Information, Unterhaltungsangebote und Live-Übertragungen zu den Kernkompetenzen des klassischen Fernsehens gehören. Zudem spielt auch die Lebenswirklichkeit der Zuschauer – beispielsweise das Alter oder das Verhältnis von Freizeit und Beruf – eine wichtige Rolle beim Bewegtbild-Konsum. Viele Menschen werden weiterhin aktiv Entscheidungen darüber treffen wollen, was sie wann konsumieren. Andere wiederum sind eher träge und gehen ausschließlich punktuell vor. Sie schalten den Fernseher nur dann ein, um eine ganz bestimmte Sendung zu sehen. 

Content mit lokalem Bezug: Strategie der deutschen TV-Konzerne

Hinzu kommt, dass die deutschen TV-Konzerne kontinuierlich ihre nationale Marktposition mit lokalen und regionalen Angeboten verbessern. Denn solche Angebote sind für Netflix, Disney und Amazon zu unattraktiv, weil sie in anderen Märkten aufgrund ihres Lokalkolorits nicht funktionieren. RTLs Streaming-Plattform RTL+ ist ein Paradebeispiel, für die Bereitstellung von Info- und Entertainment, das um lokale und regionale Informationen ergänzt wird. Die schlaue Verzahnung aus linearen und non-linearen Angeboten für ein Maximum an Reichweite über unterschiedliche Kanäle und Dienste ist für mich ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor, der den Fortbestand des linearen Fernsehens sichern wird. Ich bin mir sicher, dass TV-Anbieter ihre Markenwelt stärken werden, indem sie Inhalte zukünftig verstärkt und vollumfänglich in Richtung Over-the-Top und On-demand ausspielen werden.

GigaTV Cable Box 2 (2)

Und was macht Vodafone?

Doch wie sieht es mit Infrastruktur-Anbietern und Plattform-Betreibern wie Vodafone aus? Wir sind kein Hollywood-Studio und wollen auch keines werden. Als größter deutscher TV-Anbieter mit über 13 Millionen TV-Kunden fühlen wir uns sehr wohl damit, Inhalte auf unserer GigaTV-Plattform zu aggregieren. Mittels übergreifender Empfehlungsfunktionen können wir unsere Kunden durch die fragmentierte Angebotsvielfalt führen. Wir bündeln die Angebote unserer Partner in bestmöglicher Qualität und im Optimalfall sogar mit Preisvorteilen – das gibt es heute nur auf TV-Plattformen, die Inhalte aggregieren und Streaming und Fernsehen kombinieren. Auch neue Geschäftsmodelle können wir mit Partnern erproben – beispielsweise Mischformen aus Werbefinanzierung und Abos. Eine weitere Möglichkeit: Ausflüge in die Welt des SocialTV – fernsehbezogene Kommunikation während des Anschauens von Fernseh-Inhalten. Für mich ein wichtiges Feld bei der Weiterentwicklung von GigaTV. Und mit unserem Gigabit-Netz bieten wir mehr als 24 Millionen Menschen die Grundlage für Streaming und lineares Fernsehen. Ich freue mich auf den Tatort am nächsten Sonntag, den ich ganz klassisch über Kabel-TV sehen werde. 

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Die Geschichte des TV in Deutschland: eine Zeitreise. © Vodafone

Vodafone Deutschland

Vodafone ist einer der führenden Kommunikationskonzerne. Jeder zweite Deutsche ist ein Vodafone-Kunde – ob er surft, telefoniert oder fernsieht; ob er Büro, Bauernhof oder Fabrik mit Vodafone-Technologie vernetzt. Die Vodafone-Netze verbinden Deutschland: Familien und Freunde sowie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie helfen auch dabei, entscheidende Sektoren wie Bildung und Gesundheitswesen gerade in Zeiten von COVID-19 am Laufen zu halten.

Die Düsseldorfer liefern Internet, Mobilfunk, Festnetz und Fernsehen aus einer Hand. Als Digitalisierungspartner der deutschen Wirtschaft zählt Vodafone Start-ups, Mittelständler genau wie DAX-Konzerne zu seinen Kunden. Kein anderes Unternehmen in Deutschland vernetzt über sein Mobilfunknetz mehr Menschen und Maschinen. Kein anderes deutsches Unternehmen bietet im Festnetz mehr Gigabit-Anschlüsse an als die Düsseldorfer. Und kein anderer Konzern hat mehr Fernseh-Kunden im Land.

Mit über 30 Millionen Mobilfunk-, fast 11 Millionen Breitband-, mehr als 13 Millionen TV-Kunden und zahlreichen digitalen Lösungen erwirtschaftet Vodafone Deutschland mit seinen rund 16.000 Mitarbeitenden einen jährlichen Gesamtumsatz von etwa 13 Milliarden Euro.

Als Gigabit-Company treibt Vodafone den Infrastruktur-Ausbau in Deutschland voran: Heute erreicht Vodafone in seinem bundesweiten Kabel-Glasfasernetz über 24 Millionen Haushalte, davon mehr als 23 Millionen mit Gigabit-Geschwindigkeit. In 2022 wird Vodafone zwei Drittel aller Deutschen mit Gigabit-Anschlüssen versorgen. Mit seinem 4G-Netz erreicht Vodafone mehr als 99% aller Haushalte in Deutschland. Vodafones Maschinennetz (Narrowband IoT) für Industrie und Wirtschaft funkt auf fast 97% der deutschen Fläche. Seit Mitte 2019 betreibt Vodafone auch das erste 5G-Netz in Deutschland und erreicht damit über 55 Millionen Menschen. Bis 2023 wird Vodafone 5G für 60 Millionen Menschen ausbauen.

Vodafone Deutschland ist mit einem Anteil von rund 30% am Gesamtumsatz die größte Landesgesellschaft der Vodafone Gruppe, einem der größten Telekommunikationskonzerne der Welt. Vodafone hat weltweit über 300 Millionen Mobilfunk-Kunden, mehr als 28 Millionen Festnetz-Kunden, 22 Millionen TV-Kunden und verbindet mehr als 160 Millionen Geräte mit dem Internet der Dinge.

Vodafone vernetzt Menschen und Maschinen weltweit. Und schafft damit eine bessere Zukunft für alle. Denn: Technologie ebnet den Weg für ein digitales Morgen. Dafür arbeitet Vodafone daran, sein Geschäft nachhaltig zu betreiben und die Umwelt zu schützen. Die Ziele: Bis 2025 klimaneutral und bis 2040 emissionsfrei zu werden. Um diese zu erreichen, nutzt Vodafone zu 100% Grünstrom, elektrifiziert seine Fahrzeugflotte, setzt auf eine grüne Lieferkette und stellt sicher, dass seine Netztechnik vollständig wiederverwendet, weiterverkauft oder recycelt wird. Darüber hinaus hilft Vodafone mit smarten IoT-Technologien anderen Unternehmen dabei, ihren C02-Fußabdruck zu minimieren.

Diversität ist in der Unternehmenskultur von Vodafone fest verankert und wird durch zahlreiche Maßnahmen gefördert. Dazu zählen Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenso wie Netzwerke für Frauen, Väter oder LGBT’s bis hin zu Diversitäts-Schulungen für Führungskräfte. Vodafone respektiert und wertschätzt alle Menschen: unabhängig von ethnischer Herkunft, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Glauben, Kultur oder Religion.

Weitere Informationen: www.vodafone-deutschland.de oder www.vodafone.com.

*Gender-Hinweis

Lediglich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird häufig nur die grammatisch männliche Form verwendet. Gemeint sind stets Menschen jeglicher geschlechtlicher Identität.

 

Lars Riedel_Head of TV & Entertainment

Lars Riedel

Head of TV & Entertainment