Smart Health

Vodafone baut 5G-Netz für das Universitätsklinikum Frankfurt

7 Min.
24. April 2023
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  • Universitätsklinikum Frankfurt erhält bis Mitte 2024 hochmoderne 5G-Infrastruktur
  • Mehr als 180 5G-Antennen im Innenbereich des Hauptgebäudes werden installiert
  • Projekt wird durch die EU bis 2025 mit 3,3 Millionen Euro gefördert

Digitalisierung, Vernetzung und Anwendungen auf Basis der schnellen 5G-Netze sollen die klinische Zusammenarbeit verbessern. Für das Universitätsklinikum Frankfurt baut Vodafone nun ein solches 5G-Netz auf. Mehr als 180 Antennen für die Inhouse-Versorgung werden dort bis Mitte 2024 auf dem Klinikgelände in Betrieb genommen. So können dringende Konsultationen von außerhalb, aber auch aus anderen Häusern des Universitätsklinikums selbst in der im Souterrain gelegenen Notaufnahme schnell und stabil durchgeführt werden. Das Projekt soll im Juni 2025 abgeschlossen sein. Der 5G-Ausbau wird im Rahmen des Programms CEF Digital von der EU mit rund 3,3 Millionen Euro gefördert. Dies gaben das Uniklinikum und der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern heute im Beisein von Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, in Frankfurt bekannt.

5G Universitätsklinikum Frankfurt
Prof. Dr. Thomas Walther, Kerstin Larsson-Knetsch, Prof. Dr. Jürgen Graf, Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, Prof. Dr. David M. Leistner und Markus Jones. Hessische Staatskanzlei © Hessische Staatskanzlei

Das Universitätsklinikum Frankfurt arbeitet gemeinsam mit Vodafone bereits seit 2022 am Projekt. So nahmen die Partner im Mai vergangenen Jahres unter dem Titel '5G for University Hospital' gemeinsam am Projektaufruf der EU teil. Mit Erfolg: Das im Dezember 2022 unterzeichnete 'Grant Agreement' sagt zu, dass 3,3 Millionen Euro der insgesamt 4,5 Millionen Euro Projektkosten von der EU im Rahmen des Förderprogramms 'Connecting Europe Facility' übernommen werden. Damit sollen gezielt Infrastruktur-Investitionen gefördert werden, die transeuropäische Netze in den Sektoren Energie, Verkehr und Digitales leistungsfähiger, nachhaltiger und effizienter gestalten. Der Förderantrag wurde auch durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr und die Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung unterstützt.

5G Universitätsklinikum Frankfurt
Prof. Dr. Thomas Walther und Prof. Dr. David M. Leistner erklären Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus und Kerstin Larsson-Knetsch, wie Arzt und Patientin digital zusammenfinden. Universitätsklinikum Frankfurt © Universitätsklinikum Frankfurt

Das neue Netz erfüllt alle Anforderungen an kritische Anwendungen im Medizinbereich, stört also beispielsweise keine Medizingeräte, die wie Computertomographen (CT) mit elektromagnetischen Feldern arbeiten. Ziel ist zudem, dass die Informationssicherheit im 5G-Netz am UKF nach DIN-ISO 27001 zertifiziert wird. Im Dezember soll das Universitätsklinikum die neue 5G-Infrastruktur übernehmen und die Anwendung vorbereiten. Die dafür ausgewählten Use Cases, also Anwendungsfälle aus der Praxis von Patientenversorgung und Forschung, werden über das Förderprojekt Digitales Universitätsklinikum Frankfurt getragen.

Universitätsklinikum und Hessen als Vorreiter beim 5G-Ausbau

Das Förderprojekt Digitales Universitätsklinikum Frankfurt wurde bereits 2018 durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ins Leben gerufen und ermöglicht seither Teilprojekte in den verschiedensten Bereichen des Hauses – dank 5G bald auf deutlich höherem technischen Niveau.

„Mit diesem Modellprojekt entwickeln wir das Universitätsklinikum Frankfurt zu einem vollvernetzten, digitalisierten Krankenhaus weiter“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Das Universitätsklinikum Frankfurt als Vollversorger ist schon jetzt Anlaufstelle für komplizierte Fälle und seltene Erkrankungen. Insbesondere für solche Fälle ist es wichtig, die Digitalisierung als strategische Aufgabe wahrzunehmen, damit Daten schnell und sicher ausgetauscht werden können. Der 5G-Ausbau ist hierfür ein wichtiger infrastruktureller Meilenstein.“

Hessen ist auch in anderer Hinsicht Vorreiter beim 5G-Ausbau. So wurde bereits im Mai letzten Jahres ebenfalls gemeinsam mit Vodafone der 5G-Ausbau beschleunigt: Bis 2025 soll für 5,6 Millionen Hessinnen und Hessen das Echtzeit-Netz verfügbar sein.

Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus: „Unser Zukunftspakt mit den Mobilfunk-Betreibern hat spürbar den Ausbau in Hessen beschleunigt und erfolgreich an unseren ersten Mobilfunkpakt von 2018 angeknüpft. Neben der LTE-Versorgung wurde auch bei 5G die schnelle Netzverdichtung vorangetrieben, rund 96 Prozent aller hessischen Haushalte sind bereits mit 5G versorgt. Zudem sind in Hessen nahezu alle Plankrankenhäuser an das schnelle Netz angeschlossen, womit wir die Voraussetzung schaffen, dass Ärztinnen und Ärzte digitale Technologie nutzen und damit Patientinnen und Patienten medizinisch versorgen können. Damit stellen wir Hessens digitale Gesundheitsversorgung zukunftssicher auf.“

Das schnelle Netz verbessert die standortübergreifende Zusammenarbeit von Ärzten und kann helfen, Menschenleben zu retten.

Michael Jungwirth
Director Public Policy & External Affairs
Vodafone-Management: Michael Jungwirth, Mitglied der Geschäftsleitung für die Themen Public Affairs, Regulierung, Externe Kommunikation und Nachhaltigkeit.

Michael Jungwirth, Mitglied der Geschäftsleitung von Vodafone und Director Public Policy & External Affairs bei Vodafone, ergänzt: „5G unterstützt die Digitalisierung in der Medizin. Das schnelle Netz verbessert die standortübergreifende Zusammenarbeit von Ärzten und kann helfen, Menschenleben zu retten. Die Weichen dafür haben wir gestellt: Bis Ende 2023 sollen mindestens drei von vier Anwohnern in Hessen unser Echtzeit-Netz 5G+ zuhause nutzen können. Und bis 2025 wird unser 5G-Netz dann sogar für mehr als 90 Prozent der Anwohner in Hessen verfügbar sein.“

Hintergrund: Vernetzte Medizin der Zukunft

In der Hochleistungsmedizin bringen sichere und geschützte digitale Netze mit hoher Kapazität zahlreiche Vorteile. So wird nicht nur eine Erreichbarkeit der Spezialisten im ganzen Haus sichergestellt. Daten können in Echtzeit von Diagnosegeräten wie Ultraschall oder auch zwischen verschiedenen Klinikbereichen übermittelt werden. Manche Technologien werden durch digitale Netze überhaupt erst einsatzfähig.

Beispiel aus Frankfurt: Die digitale Herz-Team-Besprechung

Ein 83-jähriger Mann stellte sich mit Herzbeschwerden und Luftknappheit bei seinem niedergelassenen Kardiologen vor. Mittels Ultraschall und CT wurde eine hochgradige Aortenklappenstenose diagnostiziert, also eine Verengung, die den Blutstrom aus dem Herzen behindert – eine Therapie ist dringend erforderlich. Der Patient muss nun den Behandlungsleitlinien folgend an einem Herzzentrum im 'Herz-Team' vorgestellt werden. Da der Patient zusammen mit seiner Ehefrau nur sehr eingeschränkt mobil ist, wird das digitale Herz-Team des Universitätsklinikum Frankfurt noch in der Praxis aktiviert.

Über das digitale Konsilportal ('Tele-Heart-UHF') werden die Befunde zusammen mit den Expertinnen und Experten am Universitären Herz- und Gefäßzentrum Frankfurt (UHF) unmittelbar besprochen und es wird die weitere Therapie mit dem Patienten festgelegt. Bei dieser Herz-Team-Besprechung werden sämtliche Befunde dank neuester 5G-Übertragungstechnik verzögerungsfrei an die Experten der Herzchirurgie und Kardiologie am Universitätsklinikum Frankfurt übermittelt.

Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt, erklärt: „Am Universitätsklinikum Frankfurt nutzen wir die Chancen, die Digitalisierung als Basistechnologie für die Medizin der Zukunft bietet. Vom neuen 5G-Netz profitieren zukünftig nicht nur unsere Patientinnen und Patienten, sondern auch unsere Kolleginnen und Kollegen außerhalb unseres Hauses. Damit erfüllen wir unser Ziel, die Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung auch über das Universitätsklinikum hinaus zu erhöhen, in Frankfurt, Hessen und Deutschland. Im Bereich der Organspende stellt der Einsatz dieser Technologie für uns heute schon ein unerlässliches Hilfsmittel dar.“

Markus Jones, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikum Frankfurt, ergänzt: „5G ist im Vergleich zu 4G wesentlich leistungsfähiger und sicherer; es können mehr Daten schneller übertragen werden, gleichzeitig kommt es zu weniger Ausfällen. Ein echter Technologie-Sprung also. Wir freuen uns, dass wir mithilfe unserer Partner ein solches Leuchtturmprojekt im Universitätsklinikum Frankfurt durchführen können.“

5G in der Medizin: Drohnen, AR-Befunde, smarte Geräte & medizinische Messengerdienste

Wie sich die klinische Zusammenarbeit durch Digitalisierung verändert, zeigen weitere Beispiele: So haben Vodafone und eine weitere Universitätsklinik beispielsweise den Transport von Medikamenten durch autonom agierende Drohnen getestet. Auch an der plastischen Darstellung von Befunden mittels „Augmented Reality“-Technologie (AR) wird in Forschungsprojekten gearbeitet. Weitere Einsatzmöglichkeiten gibt es nicht nur in der Echtzeit-Telemedizin wie im vorgestellten Anwendungsszenario, in dem mittels Softwaretechnologie der Firma Awesome Technologies Innovationslabor GmbH die direkte Verbindung zu niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen hergestellt werden kann. Ultraschall-Technologien, die Bilder in Sekundenschnelle von anderen Kliniken oder sogar vom Notfalleinsatz senden können, sind ein weiteres Beispiel. Am Universitätsklinikum Frankfurt wird 5G außerdem für den medizinischen Messengerdienst Famedly eingesetzt, der Chatverläufe des Klinikpersonals direkt in die Krankenakte übertragen kann, für Alarmserver, die mobile Vitaldatenmessung mittels Biosensor, Logbücher und Tracking sowie die Anästhesiedokumentation und die mobile Aufklärung.

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Vodafone Deutschland

Vodafone ist einer der führenden Kommunikationskonzerne. Jeder zweite Deutsche ist ein Vodafone-Kunde – ob er surft, telefoniert oder fernsieht; ob er Büro, Bauernhof oder Fabrik mit Vodafone-Technologie vernetzt. Die Vodafone-Netze verbinden Deutschland: Familien und Freunde sowie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie helfen auch dabei, entscheidende Sektoren wie Bildung und Gesundheitswesen gerade in Krisenzeiten am Laufen zu halten.

Die Düsseldorfer liefern Internet, Mobilfunk, Festnetz und Fernsehen aus einer Hand. Als Digitalisierungspartner der deutschen Wirtschaft zählt Vodafone Start-ups, Mittelständler genau wie DAX-Konzerne zu seinen Kunden. Kein anderes Unternehmen in Deutschland vernetzt über sein Mobilfunk-Netz mehr Menschen und Maschinen. Kein anderes deutsches Unternehmen bietet im Festnetz mehr Gigabit-Anschlüsse an als die Düsseldorfer. Und kein anderer Konzern hat mehr Fernseh-Kunden im Land.

Mit mehr als 30 Millionen Mobilfunk-, fast 11 Millionen Breitband-, nahezu 13 Millionen TV-Kunden und zahlreichen digitalen Lösungen erwirtschaftet Vodafone Deutschland mit über 15.000 Mitarbeitenden einen jährlichen Gesamtumsatz von etwa 13 Milliarden Euro.

Vodafone treibt den Infrastruktur-Ausbau in Deutschland voran und erreicht in seinem bundesweiten Kabel-Glasfasernetz über 24 Millionen Haushalte mit Gigabit-Geschwindigkeit. Damit versorgt Vodafone zwei Drittel aller Deutschen mit Gigabit-Anschlüssen. Mit seinem 4G-Netz erreicht Vodafone 99% aller Haushalte in Deutschland. Vodafones Maschinen-Netz (Narrowband IoT) für Industrie und Wirtschaft funkt auf mehr als 97% der deutschen Fläche. Seit Mitte 2019 betreibt Vodafone auch das erste 5G-Netz in Deutschland und erreicht damit über 65 Millionen Menschen. Bis 2025 will Vodafone das besonders reaktionsschnelle 5G+ für 90 Prozent der Bevölkerung ausbauen.

Vodafone Deutschland ist mit einem Anteil von rund 30% am Gesamtumsatz die größte Landesgesellschaft der Vodafone Gruppe, einem der größten Telekommunikationskonzerne der Welt. Vodafone hat weltweit über 300 Millionen Mobilfunk-Kunden und verbindet mehr als 160 Millionen Geräte mit dem Internet der Dinge.

Vodafone vernetzt Menschen und Maschinen weltweit. Und schafft damit eine bessere Zukunft für alle. Denn: Technologie ebnet den Weg für ein digitales Morgen. Dafür arbeitet Vodafone daran, sein Geschäft nachhaltig zu betreiben und die Umwelt zu schützen. Die Ziele: Bis 2025 klimaneutral und bis 2040 emissionsfrei zu werden. Um diese zu erreichen, nutzt Vodafone zu 100% Grünstrom, elektrifiziert seine Fahrzeugflotte, setzt auf eine grüne Lieferkette und stellt sicher, dass seine Netztechnik vollständig wiederverwendet, weiterverkauft oder recycelt wird. Darüber hinaus hilft Vodafone mit smarten IoT-Technologien anderen Unternehmen dabei, ihren C02-Fußabdruck zu minimieren.

Diversität ist in der Unternehmenskultur von Vodafone fest verankert und wird durch zahlreiche Maßnahmen gefördert. Dazu zählen Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenso wie Netzwerke für Frauen, Väter oder LGBT’s bis hin zu Diversitäts-Schulungen für Führungskräfte. Vodafone respektiert und wertschätzt alle Menschen: unabhängig von ethnischer Herkunft, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Glauben, Kultur oder Religion.

Weitere Informationen: www.vodafone-deutschland.de oder www.vodafone.com.

*Gender-Hinweis

Lediglich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird häufig nur die grammatisch männliche Form verwendet. Gemeint sind stets Menschen jeglicher geschlechtlicher Identität.

 

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Helge Buchheister

Pressesprecher